Hardcover - Kleider machen Leute

von Thomas Freitag

Die richtige Materialwahl ist entscheidend für ein langes "Buchleben"
 

Eine Buchdecke hat im Wesentlichen drei Aufgaben:

  • Einen ersten haptischen und ästhetischen Eindruck des Buches vermitteln
  • Den Buchinhalt vor Verschmutzung und Beschädigung schützen
  • Stabilität im Büchergestell bieten

Die Buchdecken werden separat vom Buchinhalt hergestellt und bei der Endfertigung mittels Vorsatz vollflächig mit dem Buchblock verbunden. Um das Buch gut und spannungsfrei öffnen zu können, wird im Rückenbereich auf der Vorder- und Rückseite mithilfe einer erhitzten Schiene ein sogenannter Einbrennfalz eingebrannt. Dieser dient als Scharnier für den Vorder- und Hinterdeckel.

Das verwendete Material für den Deckenüberzug sollte auf die Stärke des Buchblocks und auf das Format des Buches abgestimmt sein.
Seit dem 19. Jahrhundert wird für die Deckenherstellung von Büchern auf Gewebe und Papier gesetzt, da die ursprünglich verwendeten Leder und Pergament zu teuer und zu aufwändig in der Verarbeitung sind.

Bei den heute eingesetzten Materialien stehen neben der industriellen Verarbeitbarkeit und den Materialkosten insbesondere Haptik, Ästhetik und Langlebigkeit im Fokus. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine sorgfältige Auswahl geeigneter und hochwertiger Materialien entscheidend. Auch die Frage nach der Reiss- bzw. Biegefähigkeit im Scharnierbereich ist zentral für ein qualitativ hochstehendes Buch. Bei stark beanspruchten Büchern, wie etwa Lehrmittel, treten Schäden meist zuerst im Scharnierbereich sowie am Deckenüberzug, Falz oder Vorsatz auf.

Dies zeigt, wie wichtig die Verwendung von hochwertigen Materialen für Vorsatz und Deckenüberzug sind. Nicht jedes Papier eignet sich also als Überzugspapier. Vorzugsweise soll es im Faserbrei durchgefärbt, zäh, langfaserig, zugfest und falzfähig sein, damit die fertige Buchdecke bei der Produktion und im Gebrauch nicht einreisst. Gleichzeitig sollen sie unempfindlich gegenüber Scheuern und anderen mechanischen Beeinträchtigungen sein. Als eines der wichtigsten Qualitätskriterien gilt zudem die Laufrichtung der Papierfasern: Sowohl bei Vorsätzen als auch beim Überzugsmaterial muss diese stets parallel zum Buchrücken verlaufen. Dadurch wird die Haltbarkeit des Buches wesentlich verbessert und die Gefahr von Verformungen oder Beschädigungen reduziert.

Vielfach werden Standardpapiere zum Schutz vor mechanischer Beanspruchung und zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit mit hochwertigen Folien laminiert. Für unlaminierte Buchdeckenüberzüge eignen sich besonders Materialien, die eine hohe Gefügefestigkeit mit einer geringen Rückstellkraft vereinen. Aus unserer Erfahrung empfehlen sich hierfür die speziell für diesen Einsatzzweck entwickelten Papiere Surbalin und Wibalin

BINDORAMA VIRTUELL