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Freitags Blog: Japanische Bindung

von Thomas Freitag
 

Die Erfindung des Papiers wird bekanntlich Cai Lun um 105 n. Chr. zugeschrieben, obwohl es auch Funde aus China gibt, die auf etwa 200 v. Chr. datiert wurden. Schon damals wurden die Fasern gewässert und anschliessend unter Druck zu einem Papier gegautscht. Dieses Papier ersetzte die Schriftstücke an Höhlenwänden, Knochen oder Pergament.

Mit der Übernahme der chinesischen Schrift waren die Japaner bestrebt, das Papier ebenfalls zu erzeugen. Diese frühe Papierkultur der asiatischen Länder brachte rasch das Bedürfnis mit sich, die anfallenden Blattstapel in eine praktische Form zu bringen. Vornehmlich waren buddhistische Mönche mit der Verbreitung der religiösen Schriften betraut. Die hierzu meist verwendeten Schriftrollen hatten allerdings einige gewichtige Nachteile (wie beispielsweise das Zurückspulen, die mangelnde Haltbarkeit und die umständliche Lagerung), weswegen man nach einer besseren Lösung suchte. Da die heutigen Klebstoffe noch nicht verfügbar waren, behalf man sich mit mechanischen Bindearten. So wurden die Blattstapel mit Schnur oder Bast quer und senkrecht von oben nach unten zusammengebunden. Die Schnur oder Bastfäden waren von aussen deutlich sichtbar. Weil die damaligen Papiere die kalligrafierten Schriftzeichen nicht vollumfänglich absorbieren konnten, war das Papier praktisch nur einseitig beschreibbar und die Blätter wurden als Viertelbogen in der Mitte gefalzt und an der offenen Seite gebunden.

Eine klare Abgrenzung zwischen japanischen und chinesischen Bindungen scheint es in der Terminologie nicht zu geben. Heute wird das Gestaltungselement der vorne geschlossenen Viertelbogen auch bei industriellen Klebebindungen eingesetzt. Die seitliche Fadenheftung wird als reines Dekor-Element verwendet.

In der Vergangenheit stellte sich die Frage, was genau der Unterschied zwischen Chinesischer und Japanischer Bindeart ist. Bei Bubu haben wir uns auf folgende Unterteilung der asiatischen Bindearten geeinigt:

Japanische Bindung: Bindeart mit vorne geschlossene Viertelbogen 

Chinesische Bindung: Seitliche Fadenheftung mit Schnur, Bast oder Faden, bei der ein Blattstapel quer geheftet wird.

Natürlich können die beiden Bindearten auch kombiniert angewendet werden.

Wie der Name schon sagt, sind diese Bindearten traditionell in China und Japan weit verbreitet. Da das Layflatverhalten durch die mechanische Bindeart eingeschränkt ist und eine industrielle Verarbeitung daher nur bedingt möglich ist, werden diese Bindeverfahren heutzutage in der Regel nur bei sehr edel ausgestatteten Büchern eingesetzt.

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Drei Bücher mit offen sichtbarer Fadenheftung, zwei stehen aufrecht, eines liegt flach. Ein Buch hat einen blauen Einband mit weissgrauem Etikett, die anderen sind hell. Hintergrund ist eine weisse Wand.
Zwei Fadenheftungen mit sichtbaren Buchrücken, links ein helles Cover mit der Aufschrift Business Report Box, rechts ein blaues Cover mit schwarzem Faden am Rücken.
Drei übereinander liegende Bücher mit verschiedenen Bindungen, darunter eine weisse Buchbindung mit sichtbarer Fadenheftung, eine blaue Hardcover-Bindung mit dekorativem Rücken und ein weisses Buch mit Fadenbindung und dem Titel Business Report Box auf dem Cover.